Der Schnittspalt ist beim Stanzen das A und O: Ist er zu klein, verschleißen deine Werkzeuge schnell. ; ist er zu groß, kriegst du unschöne Grate, die eher an eine Säge als an ein Präzisionsteil erinnern.
Hier ist eine Übersicht zur Ermittlung des Schnittspalts (pro Seite) in Abhängigkeit von der Materialstärke und der Scherfestigkeit des Materials.
Richtwerte für den Schnittspalt ()
In der Praxis wird der Schnittspalt meist als Prozentsatz der Materialdicke angegeben. Die folgende Tabelle gibt dir die gängigen Werte für eine normale Schnittqualität:
|
Materialgruppe |
Zugfestigkeit ( in ) |
Schnittspalt (in % von ) |
|---|---|---|
|
Aluminium (weich) |
< 100 |
3 % - 5 % |
|
Aluminium (hart) |
> 150 |
6 % - 10 % |
|
Kupfer / Messing |
200 - 400 |
6 % - 8 % |
|
Stahl (weich, z.B. S235) |
< 400 |
5 % - 8 % |
|
Stahl (mittelhart, z.B. C45) |
400 - 600 |
8 % - 12 % |
|
Stahl (hart / Federstahl) |
> 600 |
12 % - 15 % |
|
Edelstahl (V2A / V4A) |
500 - 750 |
12 % - 18 % |
Die Faustformel zur Berechnung
Falls du es genau wissen willst oder ein Material hast, das nicht in der Liste steht, kannst du diese Formel nutzen:
Dabei ist:
Was passiert bei falschem Schnittspalt?
Tipp vom Profi: Bei Edelstahl solltest du eher am oberen Ende des Prozentbereichs arbeiten, da das Material stark zur Kaltverfestigung neigt. Ein zu kleiner Spalt killt dir hier die Schneidkanten schneller, als du die Presse nachstellen kannst.